Eiserkennung
Deutschland
51 % weniger Stillstandszeiten durch präzisere Eiserkennung
Projektzusammenfassung
Standort
Deutschland
Turbine Typ
Enercon E115
Ausgewählte Produkte
Betreiber*innen von Windenergieanlagen in vereisungsgefährdeten Regionen stehen vor einem bekannten Zielkonflikt: Zu konservative Eiserkennungssysteme verursachen unnötige Stillstandszeiten und Ertragseinbußen; zu permissive Systeme gefährden Sicherheit und Haftbarkeit. Direkte Vergleiche zweier Systeme an derselben Anlage sind selten, was diese Feldstudie besonders aussagekräftig macht.
Die Herausforderung: konservative Erkennung mit überschüssigen Abschaltzeiten
Die betrachtete Enercon E115 war sowohl mit dem blattmontierten Eiserkennungssystem von EOLOGIX-PING als auch mit einem schwingungsbasierten Eiserkennungssystem ausgestattet. Die Auswertung der SCADA-Daten zeigte, dass in der Praxis ausschließlich das schwingungsbasierte System tatsächlich Abschaltbefehle an die Anlagensteuerung übermittelte. Die Signale des EOLOGIX-PING-Systems waren zum Zeitpunkt der Analyse noch nicht in die Anlagensteuerung eingebunden.
Im Beobachtungszeitraum vom 19. November 2025 bis zum 20. Februar 2026 registrierte das schwingungsbasierte System 80 einzelne Eisereignisse mit einer Gesamtdauer von 10 Tagen, 3 Stunden und 54 Minuten. Dieser Wert bildete die Vergleichsbasis.

Copyright: EOLOGIX-PING
Was die Daten zeigen
Im selben Zeitraum erkannte das EOLOGIX-PING-System 16 Eisereignisse mit einer Gesamtdauer von 5 Tagen, 1 Stunde und 46 Minuten. Das entspricht einer Reduktion der Eiserkennungszeit um 51 % gegenüber dem schwingungsbasierten System, an derselben Anlage.

Copyright: EOLOGIX-PING
Warum :RESTART ICE den Unterschied macht
- Messung direkt auf der Rotorblattoberfläche: Die Sensoren sind am Rotorblatt montiert und messen den Eisansatz dort, wo er entsteht, mit einer abgestuften Klassifikation von leichter Aktivität bis zu Eisdicken über 15 mm.
- Gestufte Erkennungslogik: Das Abschaltsignal wird nur ausgelöst, wenn definierte Schwellenwerte über mehrere Sensorpositionen hinweg erreicht werden, was Fehlauslösungen durch Feuchtigkeit, Raureif oder kurzzeitige Temperaturschwankungen reduziert.
- Integrierte Wiederanlauflogik: Das System bewertet kontinuierlich, ob die Rotorblätter als eisfrei einzustufen sind, und ermöglicht so eine schnellere Rückkehr in den Betrieb nach Ende der Vereisungsbedingungen.

Copyright: EOLOGIX-PING
Zusammenfassung
Der Feldvergleich an einer einzelnen Enercon E115 über eine Wintersaison zeigt einen messbaren Unterschied zwischen blattmontierter und schwingungsbasierter Eiserkennung. Mit 51 % weniger Eiserkennungszeit und deutlich weniger Einzelereignissen bildet :RESTART ICE das tatsächliche Blattverhalten präziser ab.
Wichtige Erkenntnisse
- Direkter Vergleich, gleiche Anlage: Beide Systeme liefen parallel an derselben Enercon E115, wodurch standort- oder flottenbezogene Einflussfaktoren ausgeschlossen werden.
- Weniger Ereignisse, kürzere Gesamtdauer: 16 Ereignisse gegenüber 80, und rund die Hälfte der gesamten Eiszeit, in derselben Wintersaison.
- Praktische Schlussfolgerung: Blattmontierte Sensortechnologie erkennt Vereisungsbedingungen präziser als schwingungsbasierte Ansätze, mit dem Potenzial, vermeidbare Stillstandszeiten erheblich zu reduzieren.
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